Im Spätmittelalter benutzte man vor allem immer noch das Messer als Hauptbestandteil des Bestecks. Ein Jeder hatte in der Regel sein eigenes Messer ständig dabei, nicht nur um es beim Essen zu benutzen, es ließ sich bestimmt auch ab und zu zweckentfremden. Während die Klinge natürlich aus Metall war, konnten die Griffe aus den schönsten Materialien sein. Z.B. aus Horn in den verschiedensten Farbschattierungen, aus Metall, oder aus Holz.
Dazu kam dann noch der kurzstielige Löffel, denn die Suppen waren in der Zeit "aus der Mode" gekommen. Für dickere Breie und Soßen war der kürzere Stiel scheinbar ausreichend. Erst gegen Ende des 16. Jh. bekamen die Löffel wieder längere Stiele, da auch die "Suppe" wieder häufiger auf den Tisch kam. Während der Löffel in seinen Anfängen eher aus Holz war, wurde er mit zunehmendem Alter immer aufwendiger. Horn, Messing, Zinn, Silber...Griffe aus Elfenbein und Bergkristall, nur um einige Materialien zu nennen.
Die Gabel, wie wir sie heute kennen, gab es in der Form im Mittelalter noch nicht. Man freundete sich nur ungern mit einem Gegenstand an, der allzu große Ähnlich- keit mit einem Dreizack hatte, zudem kam sie auch noch von weit her, aus dem Orient. Der Dreizack galt nämlich als Waffe/Werkzeug des Teufels. Sogar die Kirche wetterte gegen dieses harmlose Stück Metall, als italienische Mönche im Kloster Montecassino es wortwörtlich als Teufelszeug bezeichneten. Das war im Jahre 1023 n.Chr.. Vielleicht haben die spätmittelalterlichen Gabeln aus diesem Grunde einen Zacken verloren, die Anzahl wurde auf zwei reduziert. Die heutige Fleischgabel besitzt in der Regel noch immer nur zwei Zacken. Ganz konnte man allerdings auf dieses Gerät nicht verzichten. Es wurde jedoch so wenig wie möglich eingesetzt, z.B. wenn man einen Braten tranchieren musste, oder um klebrige Süßspeisen, oder Beeren aufzupieksen. Wer schonmal Wald- oder Brombeeren mit den Fingern gegessen hat, wird es verstehen. Aufgrund des selteneren Ge- brauchs war die Anzahl der Gabeln natürlich stark eingeschränkt, auch an könig- lichen Höfen. Verbreitet hat sich die Gabel erst im 16.-17. Jh., aber auch nur zögerlich.
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