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Der Umhang in der Variante Halbkreis oder Voll ist leicht zu schneidern.
Die Menge des benötigten Stoffes mag jedoch so manch einen abschrecken.

Als Stoffe eignen sich am besten Wollstoff aus Schafswolle ( Schurwolle )
oder Walkloden. Letzteres ist teilweise um einiges teurer, aber ist dicker
und hält auch dichter. Wollstoffe haben zudem den Vorteil, dass Regen-
wasser einfach abprallt, zumindest für eine gewisse Zeit.

Man kann natürlich auch andere Stoffe verwenden, wie Samt. Wenn man
sich für einen eher schönen, statt nützlichen Umhang entscheiden sollte,
dann sollte man ihn auch passend füttern. Sehr fein gewebtes Leinen,
Seide, Pelz, Hermelin etc.

Bei 3 Meter Stofflänge erhält man einen Radius von 1,5 m. Die kleinen Schlitze,
die auf dem Bild am Halsausschnitt eingezeichnet sind, sind in etwa 20 cm lang,
und dienen der Anpassung an die Schulterform. Wir haben dafür jedoch bisher
keine Quellen entdeckt. Die bisher entdeckten weisen, ganz im Gegenteil, keine
Nähte an den besagten Stellen auf. Den Halsausschnitt misst man am besten
individuell ab, in der Regel beträgt er 30 cm im Durchmesser. Jetzt noch schnell
Umnähen, zunähen und fertig.

Halt Halt !
So schnell ja nun doch nicht. Irgendwie soll der Umhang ja auch geschlossen
werden. Im Hochmittelalter wurde er durch Tasseln und Tasselband verschlossen.
Der Begriff "Tassel" kommt aus dem Englischen und bedeutet nichts anderes als
dieses eben. Im Spätmittelalter wurde er häufig mit Knöpfen verschlossen, dies
dann an der rechten Schulter, damit der rechte Arm frei war, oder auch vorne
auf der Brust. Man kann einen Umhang aber auch mit einer Nestel veschliessen.
Tasselscheiben hielten sich noch mindestens bis Ende des 15. Jhs an Ordensmänteln, zumindest bei denen des Hosenbandordens in England.





Bild links oben ist ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Rogier van der Weyden, aus 1455 n.Chr. Knöpfung am Umhang vorne auf der Brust.
Bild links unten ist das Schnittmuster. Umhang von oben.
Bild rechts zeigt einige sehr schöne Beispiele.


Die Kaputze :

Ein Umhang mit Kapuze ist bei nass-kaltem Wetter sehr von Vorteil. Hierbei
würde ich aber sagen, dass sowohl der Umhang, als auch die Kapuze aus
Wolle sein sollten. Die Menschen früher waren praktischer veranlagt, als
heutzutage, wozu also eine wettertaugliche Kapuze an einem Umhang aus
wertvollen Stoffen, der primär zu Schönheits-Zwecken dient ?!

Hier heißt es wieder : ausmessen, ausmessen, ausmessen...

Der Schnitt ist eigentlich ganz simpel, aber auch hier gilt :
Lernen durch Versuch und Irrtum.
Am besten macht man sich eine kleine Schablone aus günstigem Stoff. Der
dunklere Abschnitt auf dem Bild wird ausgeschnitten und dann verworfen.
Dann klappt man das Ganze zusammen wie Schmetterlingsflügel, näht es
so zusammen, dass eine Kapuze entsteht, und anschliessend wird es an den
Umhang genäht.







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