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Hier zeigen wir Euch nun die Entstehung dieses ganz außerge- wöhnlichen Mantels eines ebenso außergewöhnlichen Ordens, dem höchsten englischen Ritterorden - dem Hosenbandorden. Wer ersteinmal über dessen Entstehung lesen möchte, der möge sich bitte in unseren Bücherschränken umschauen.
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Oberstoff ist aus Seidensamt reiner Seide
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Futterstoff ist aus Atlasseide / Seidensatin reiner Seide
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Der Ordensmantel ist im Schnitt eines 3/4-Kreis
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Der Ordensmantel ist komplett von Hand genäht und mit Seide bestickt
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Die folgende Tabelle soll Euch verdeutlichen, was ein solches Kleidungsstück ungefähr in Euro kosten würde, damit Ihr eine Vorstellung habt, falls Ihr den Wunsch habt, Euch ins gleiche Abenteuer zu stürzen. Der ideelle Wert liegt natürlich noch weit höher.
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Seidensamt
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295 Euro
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Atlasseide / Seidensatin
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138 Euro
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Tasselscheiben aus Silber
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?
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Seidenzwirn zum Nähen
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bisher ca. 2,99 Euro
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Stickmaterial ( Seide, Goldlahn, Süßwasserperlen )
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bisher ca. 97 Euro
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Arbeitsstunden Oberstoff
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31 Stunden
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Arbeitsstunden Applikation
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32,5 Stunden
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Arbeitsstunden Futterstoff
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9,5 Stunden
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Ganz traditionell, fast genau wie im Mittelalter, steht an erster Stelle der Import des Seidensamtes, diesmal aus China. Glücklicherweise dauert er nicht gar so lang, wie damals, weshalb hier schon, mit etwas Glück, gegen Ende Juli, weitere Arbeitsschritte zu finden sind.
25.7.2006 Nun sagt uns unser Händler, dass es sich bis Anfang August verzögern wird. Hoffen wir, dass alles gut geht...
17.8.2006 Der Stoff ist nun da, und zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Ein Traum !
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Es stellte sich nach unseren Recherchen und Versuchsreihen heraus, dass es ein 3/4 Kreis-Mantel werden muss, also zeichnete ich zu aller- erst einen kompletten Kreis in einem verkleinerten Maßstab auf ein Blatt Papier, und holte meine Geometrie-Kenntnisse hervor, die so lange geschlummert hatten. Durch die Strichrichtung des Samtes musste der Umhang also aus 6 gleichgroßen Teilen bestehen. Also übertrug ich die Skizze in vergrößertem Maßstab, passend zu meiner Größe, auf die linke Seite des Oberstoffes. Das war eine sehr kniffelige Sache. Wir raten Euch, dies nur mit mindestens einer zweiten Person als Hilfe zu tun, denn der Stoff macht sich nur allzu gerne selbständig. Man kann also ruhigen Gewissens sagen, dass DIESER Mantel nicht für Anfänger geeignet ist. Mit anderen Materialien ist das eine andere Sache. Da der Stoff zuerst weiß war, übertrug ich mit einem Sublimatstift ( Lila-Stift für Seidenmalerei. Verschwindet nach ein paar Stunden von selbst, oder nach dem Waschen ) die Formen auf die linke Seite des Stoffes. Der Flor, also die Strichrichtung des Samtes sollte bei jedem Stück von oben nach unten gehen, und zwar jeweils auf einer Seite. Um zu verdeutlichen, wie ich das meine, werde ich eine Zeichnung einfügen.
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Nun versäumte ich alle Stoffstücke, jedoch nicht in der näheren Umgebung des Kreismittelpunktes, denn dort erfolgte noch der "Hals-Ausschnitt", der eigentlich so richtig gar keiner ist. Es ist nur das Stück abgerundet, welches beim Tragen im Genick hochstehen würde, hätte man den Mantel so komplett zusammen genäht. An- schließend legte ich den Samt auf die Atlasseide, und verwendete ihn als Schablone. Dann fügte ich noch die Nahtzugabe hinzu, und schnitt den Futterstoff ebenfalls aus.
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Das Färben des Oberstoffes in Mittel- Dunkelblau. Bitte beachtet, dass der Mantel mit Seidengarn vernäht wurde. Wer einen Solchen nachnähen will, und einen Polyesterfaden nimmt, wird sich sehr ärgern, denn Dieser bleibt beim Färben in der Regel fast weiß.
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Nach der Behandlung des Oberstoffes wurde nun recherchiert, wie die Applikation auszusehen hat. Diese variierte nämlich in Details je nach angestrebtem Jahrhundert. Von zeitgenössischen Quellen, wie Gemälde, Originalfunde, einigen Garter-Order-Metallplättchen in der St. Georges Chapel, sowie Grab-Figuren in Originalgröße, rekonstru- ierten wir die fehlenden Teile des Gesamtbildes, und fertigten eine Zeichnung an, die man auch als Schablone verwenden konnte. Die etwaige Größe der notwendigen Skizze fanden wir durch Größen- vergleiche aller Komponenten heraus.
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Nächstes Bild zeigt nun die erste Lage des Leinenstoffes. Die über- stehenden Ränder werden mit dem Aufnähen der zweiten Lage nach innen gefaltet, und ergeben somit eine glatte Kante. Dazu ist es not- wendig, im inneren des Kreises den Stoff an "kritischen Stellen" ein- zuschneiden, damit er sich faltenfrei umklappen läßt. Ich habe dies zur Verdeutlichung an zwei Stellen getan, würde jedoch raten, dies erst, aufgrund höherer Stabilität, NACH dem Sticken zu tun.
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Nun spannte ich das Gebilde auf einen Stickrahmen, ohne es festzu- nähen. So ersparte ich dem schönen Samt weitere unschöne Nähte. Diese Lage Leinenstoff wird nur durch die Stickerei am Samt befestigt. Natürlich mussten die Nadeln dort verschwinden, wo der Stickrahmen verlief. Ich entschied mich, mit der Schnalle anzufangen, und zeichnete mit einem speziellen Buntstift die nötigen Details auf den Samt, was sich im Nachhinein als unwirksam erwies, und ich den Rest der Stickerei mehr oder weniger frei von Hand tun musste. ( Auf Samt zu zeichnen ist, wenn man denn überhaupt einen geeigneten Stift gefunden hat, sehr schwer, aufgrund des Flores ) Die gesamte Stickerei besteht übrigens aus Seide.
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Nach der Fertigstellung der Applikation wurde Diese nun auf die linke Vorderseite des Mantels, mittels Seide, festgenäht. Ver- wendete Stichtechniken u.a. sind :
* einfache Anlegetechnik * Kettenstich * Plattstich * Spaltstich
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Während des Nähens des Futters erfolgte die abschließende Recherche nach den passenden Tasselscheiben. Glücklicherweise fanden wir passende Stücke, welche nun im Begriff der Bestellung sind. Die Lieferung wird wohl einige Zeit brauchen, da sie aus Silber sind.
12.10.06
Der Mantel ist so gut wie fertig. Siehe Bilder. Wenn die Tasselscheiben angenäht wurden, erfahrt Ihr es unter anderem hier mit neuen Bildern.
7.10.08
Viel Zeit ging ins Land, und die Tasselscheiben sind auch da. Nun müssen sie zur Weiterverarbeitung zum Goldschmied.
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Pflegetipps - Seidensamt
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