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Wer es gerne etwas kompletter mag, und seine männliche Bekleidung ergänzen will, wird um eine mittelalterliche Bruche, oder auch Unterhose, nicht herum kommen. Einfacher Schnitt, schnell zu nähen, bequemer sicherer Sitz... also was hält Euch noch davon ab ?! :-) Dies ist übrigens eine Bruche, welche am besten ins Hochmittelalter passt. Im Spätmittel- alter wurde das Ganze enger und kürzer, glich heu- tigen Boxershorts oder sogar String-Tangas. Ein Bild einer solchen Bruche seht Ihr hier rechts.
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Am besten eignet sich hierfür Leinenstoff aus 100% Leinen ( Flachs ), doch Vorsicht ! Es wird auch teilweise "Leinen" verkauft, welches gar keines in dem Sinne ist. Hiermit ist nur die Webart gemeint, nicht aber das Material. Leinen ist meiner Meinung nach atmungsaktiver als Baum- wolle, und als Tipp für die Handnäher unter uns, einfacher zu nähen als Baumwolle, da man leichter mit der Nadel durch den Stoff kommt. Ganz abgesehen davon war Baumwolle im europäischen Mittelalter nicht wirklich weit verbreitet. Es war recht teuer, denn es war im Regelfall eine Import- ware. Leinen hingegen war der Standardstoff unter den pflanzlich herge- stellten Geweben. Als Pi-mal-Daumen-Regel würde ich sagen : Je heller gebleicht, und feiner gewebt der Leinenstoff ist, desto reicher war der Träger. ungebleichtes Leinen hingegen ist grau. Grobes Leinen kann sehr pieksen und kratzen, da vereinzelt noch Stücke der Pflanze in den Fäden sind.
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Man nimmt ein rechteckiges Tuch mit etwa der Breite von 2,5 x Bauchumfang und ca 100-150 Länge ( je nach Körpergröße ) und breitet es komplett vor sich aus. So hat man nun den Blick auf die geöffnete innenliegende Seite der Bruche.
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Hellblau = Den Rand umklappen und festnähen Blau = Tunnelzug Rot = Bleibt offen. Nur Rand umklappen und vernähen. Ocker = Oberer Teil der Beinröhre wird mit Mittelstück auf der linken Seite vernäht. Rechte Seite bleibt offen. ( Nachtrag vom 25.4.2006 : Nach neuen Erkenntnissen war dieser Teil höchstwahrscheinlich eben- falls zugenäht. Die Wahl liegt also bei Euch. )
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Auf dem Bild sieht man den Stoff ausgeklappt, so schaut man auf die Innenseite der Bruche. Die blauen Linien sind für den Tunnel, wodurch später dann eine Kordel gezogen wird, um die Hose zu- sammen, und vor allen Dingen, oben zu halten. Links und rechts an den Beinteilen sind rote Linien, dazwischen ist der Einschnitt, der es ermöglicht, das mittige Teil umzuklappen, nämlich nach oben. Die Beinteile werden nun jeweils zur Mitte hin gefaltet, wonach die rechte Seite am Mittelteil festgenäht wird. Die linke Seite bleibt offen, warum wird Mann schon bald merken. Wenn man alles vernäht hat, sollte man am unteren Teil der Beine Schnüre annähen, wie auf Bild schwarz dargestellt, damit kann man die offenen Beine etwas verschließen, oder die Beine ganz hochbinden, wie auf diversen Bildern zu sehen ist, und oben am Buchenband festknoten.
Natürlich sollte man an die fertige Bruche eine Befestigungs- möglichkeit für die Beinlinge annähen. Ich würde hierzu ent- weder ein Stück Leder und ein Stück Leinen nehmen, und dieses an der Bruche befestigen, dann noch zwei Nestellöcher rein machen, fertig. Eine andere Möglichkeit wäre, die Nestel- schnüre an der Bruche festzunähen, und die Beinlinge statt mit Nestelschnüren mit zwei Nestellöcher versehen. Aber dazu habe ich bis jetzt keine Belege gefunden, es ist nur eine Idee von mir.
Wem das Gefrickel mit Tunnelzug zu umständlich ist, kann es natürlich auch ohne Tunnelzug machen. Eine Kordel braucht man trotzdem. Hierzu näht man keinen Tunnelzug ein, dafür aber die Beinteile an der Mitte fest. Nun zieht man die Bruche so weit wie es geht nach oben, bindet sich die Kordel um, und rollt das Ganze nach unten.
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Hochmittelalter
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